100 Tage

– Die Reise unseres Lebens –

Von A nach B in Südostasien

Ob Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam oder Malaysia – alle diese Länder in Südostasien lassen sich unkompliziert und mit wenig Aufwand bereisen. Individuelle Rundreisen auch in abgelegenere Gebiete und spontane Planänderungen sind überall realisierbar. Einzig während des Chinesischen Neujahrs kann die Suche nach einem Transportmittel problematisch werden. Wir haben dies in Vietnam erlebt (hier gehts zum Beitrag), als wir in Hanoi keinen Bus in die Halong-Bucht fanden. Wenn man jedoch flexibel bleibt und Unterkünfte oder Tickets nicht zu weit im Voraus bucht, hat man die Möglichkeit, die Route auch kurzfristig noch anzupassen.

Thailand

Der öffentliche Nahverkehr in Thailand ist hervorragend ausgebaut. Große Reisebusse und Minivans staatlicher sowie privater Anbieter fahren in engen Abständen die meisten Ziele im ganzen Land an. Wir setzten in Thailand fast ausschließlich auf große Busse, die wir meist am Vorabend in einem Reisebüro vor Ort kauften. Von Bangkok nach Ayutthaya fuhren wir das einzige Mal in Thailand mit dem Zug, was auch reibungslos klappte. Die Fahrt dauerte nur etwas mehr als eine Stunde und war recht komfortabel. Fliegende Händler bieten an allen Zwischenstopps Getränke und Snacks im Zug an. Die Preise für Bus und Zug sind sehr günstig, denn sie werden vor allem von der lokalen Bevölkerung genutzt.

Für kurze Strecken vom Hostel zum Busbahnhof oder umgekehrt bieten sich Tuktuks an, die in Thailand zu Hunderten und Tausenden auf den Straßen unterwegs sind. Hier ist Handeln angesagt! Auf gar keinen Fall sollte man den zuerst genannten Fahrpreis akzeptieren, da Touristen gerne mal etwas mehr abgenommen wird. Auch wenn man den Fahrpreis auf die Hälfte herunterhandelt, hat der Fahrer noch ein gutes Geschäft gemacht. Außerdem macht man so nicht den lokalen Markt kaputt. Wenn Touristen nämlich unverhältnismäßig viel für eine Fahrt zahlen, steigt dadurch das gesamte Preisniveau an und die Einheimischen können sich irgendwann eine Fahrt nicht mehr leisten.

In Bangkok allerdings sollte man den Straßenverkehr so gut es geht vermeiden. Tag und Nacht sind die Straßen mit Zweirädern und Autos heillos verstopft. Mit U-Bahn (MRT) oder Hochbahn (BTS/Skytrain) kommt man jedoch zügig für wenige Baht durch die Stadt. Auch die Boote auf dem Chao Phraya Fluss sind eine gute Möglichkeit kostengünstig und ohne im Stau zu stehen von A nach B zu kommen.

Vom internationalen Flughafen Suvarnabhumi (BKK) fährt zwischen 06.00 Uhr und 24.00 Uhr der Airport Rail Link für wenige Baht ins Stadtzentrum. Schneller und günstiger als diese Bahn schafft das kein anderes Verkehrsmittel! Von und zum alten Flughafen Don Muaeng (DMK), der hauptsächlich von den Billigairlines angeflogen wird, fährt man am besten mit einem Grab oder Taxi.

Laos

Da das Schienennetz in Laos gerade einmal 3,5 km (!) lang ist, ist der Bus das einzige Mittel der Wahl für längere Strecken. Eine Fahrt im großen Reisebus bekamen wir allerdings nur von Pakse bis zu den 4000 Inseln und zurück. Im Norden des Landes waren wir mit Minivans unterwegs. Die Fahrer haben es in der Regel immer eilig und machen den Minivan mit ihrer riskanten Fahrweise nicht unbedingt zum sichersten Verkehrsmittel.

Das schönste Transportmittel in Laos war mit Abstand das Slowboat auf dem Mekong (hier gehts zum Beitrag). An zwei Tagen fuhren wir von Huay Xai mit Zwischenstopp in Pakbeng bis nach Luang Prabang. Eines der schönsten Erlebnisse unserer Reise, das uns auch noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Da wir uns in Laos nicht so viel Zeit lassen konnten, wählten wir von Vientiane nach Pakse einen Inlandsflug, um schneller in den südlichen Landesteil zu kommen. Inlandsflüge in Laos dürfen nur von einheimischen Airlines bedient werden, weshalb unsere Wahl auf Lao Airlines fiel. Eine wirklich fantastische Airline mit auffallend freundlichem Service und gutem Sitzabstand. Von Pakse nach Siem Reap in Kambodscha flogen wir ebenfalls mit dieser Fluggesellschaft. Allgemein sind Flüge auf Kurzstrecken in Südostasien sehr günstig, auch wenn sie nur wenige Tage im Voraus gebucht werden. Wir zahlten für die drei Flüge in der Region zwischen 40 Euro und 100 Euro pro Person inklusive Aufgabegepäck.

Bei unser einzigen Tuktukfahrt (in Vientiane) hatten wir leider ein weniger schönes Erlebnis. Alle anderen Städte sind so klein und übersichtlich, dass sie gut zu Fuß zu erkunden sind.

Ein Vorteil der Minivans ist, dass man meist morgens bei der Unterkunft abgeholt und am Zielort in die Stadtmitte gefahren wird. Im Idealfall ist die neue Unterkunft in Laufnähe. Große Reisebusse halten in der Regel außerhalb der Städte an zentralen Busbahnhöfen. Dort stehen meist schon viele Tuktukfahrer bereit, die die Weiterfahrt zur Unterkunft übernehmen.

Kambodscha

In Kambodscha waren wir nur sehr selten auf dem Landweg unterwegs. Von Siem Reap Reap nahmen wir einen Inlandsflug nach Phnom Penh. Von dort aus ging die Reise mit einem Minivan in halsbrecherischer Manier weiter nach Sihanoukville (Beitrag). Auf die Insel Koh Rong kommt man mit einem Round-Ticket für die Fähre, die sicherer ist als die vielen Schnellboote. Die Tickets kann man direkt am Pier bei der Touristeninformation oder bei der Fährgesellschaft kaufen.

Die Weiterfahrt nach Kampot mussten wir leider im Taxi zurücklegen. Für die dreieinhalb Stunden dauernde Fahrt zahlten wir 60 US-Dollar.

Unserem Eindruck nach werden die langen Strecken von Minivans privater Anbieter dominiert, die ständig in Eile sind und äußerst riskant fahren. Zudem sind die Preise deutlich höher als in den Nachbarländern. Für die 200 km von Phnom Penh nach Sihanoukville beispielsweise zahlten wir 15 US-Dollar pro Person, so viel wie in keinem der anderen Länder.

In den Städten übernehmen für wenige Dollar etliche Tuktuks und Motorradtaxis den Transport für kurze Strecken.

Vietnam

Vietnam besitzt ein hervorragendes Netz an Busverbindungen, die sich einige private Anbieter teilen. Besonders empfehlenswert ist Futa Buslines, die sowohl tagsüber als auch nachts bequeme Sleeper Busse einsetzen. Für umgerechnet zwischen sechs und zehn Euro kommt man mehrere hundert Kilometer weit und genießt während der Fahrt ausreichend Beinfreiheit. Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, die Tickets unkompliziert auf der Website (auch in englisch verfügbar) zu buchen und zu bezahlen. Eine andere zuverlässige, allerdings nicht ganz so komfortable Busgesellschaft ist Sinh Tourist, die auch einige Strecken anbietet, die Futa Buslines nicht im Programm hat.

Wie wir ausführlich berichtet haben, setzten wir in Vietnam auch einige Male auf den Zug. Die Tickets sind vergleichsweise günstig, vor allem in der Holzklasse. Lange Strecken lassen sich mit dem Zug auch nachts sicher bewältigen. Im Idealfall bucht man sich hierfür einen Platz im Schlafabteil. Uns blieb ein solcher Genuss leider verwehrt, die Schlafwagenabteile sahen von außen aber sehr verlockend aus. Trotzdem haben wir auch die 13 Stunden in der Holzklasse (Beitrag) und die Nachtfahrt im halbwegs bequemen Soft Seat (Beitrag) unbeschadet überstanden 😏.

Tuktuks sucht man in Vietnams Städten leider vergeblich. Dank Abraj, der auf seinem Heimweg in Bangkok die App Grab kennen lernte und uns davon erzählte, nutzten wir diese für kurze Fahrten in Vietnam fast ausschließlich. Grab funktioniert ähnlich wie das bei uns besser bekannte Uber und punktet mit günstigeren Preisen als reguläre Taxis. Der Fahrpreis ist fix und wird vor Fahrtantritt angezeigt. So ist man vor bösen Überraschungen geschützt. Die App funktioniert auch in anderen Ländern Südostasiens. Unsere Erfahrungen mit Grab waren durchweg positiv.

Malaysia

Dieses Jahr beschränkten sich unsere Besuche in Malaysia auf die Inseln Penang und Langkawi. Vom Flughafen in Georgetown (Penang) in die Stadt fuhren wir mit Grab. Innerhalb der Stadt lässt sich alles gut zu Fuß erkunden. Auch die anderthalb Kilometer zum Fährterminal an unserem Abreisetag legten wir fußläufig zurück. Ansonsten verkehren in der Stadt Busse auf mehreren Linien.

Für die Überfahrt von Penang nach Langkawi buchten wir uns hier online Tickets für die Fähre. Achtung, es besteht Gefahr zu erfrieren! Dass in Südostasien Züge, Restaurants oder Shopping Malls gerne übertrieben heruntergekühlt werden, haben wir oft genug erlebt, aber die Fähre toppte alles! Am besten Jacke, Pulli und lange Hose anziehen.

Vom Jetty (Fähranleger) in Kuah auf Langkawi bis zu unserer Unterkunft fuhren wir wiederum mit Grab. Langkawi ist nämlich ein Steuerparadies, weswegen Autos unglaublich günstig sind und jeder sich eins leisten kann. Daher wurde der öffentliche Nahverkehr unrentabel und schließlich komplett eingestellt. Tuktuks oder ähnliches gibt es weder auf Penang noch auf Langkawi, die unendlich vielen Taxis oder Grab sind die einzigen Transportmittel.

Fazit

Alle diese Länder Südostasiens sind ein Paradies für Individualreisende. Online auf den Webseiten der Transportgesellschaften, vor Ort in Reisebüros oder direkt in der Unterkunft lassen sich überall Tickets für die Weiterfahrt organisieren.

Um unabhängig und völlig frei die Gegend zu erkunden, bietet es sich außerhalb der großen Städte in allen Ländern an, einen Roller zu mieten. Diese werden von den meisten Unterkünften für drei bis sieben Euro am Tag vermietet. Insbesondere für Ausflüge in die Natur ist ein solcher fahrbarer Untersatz sinnvoll. In den seltensten Fällen wird beim Ausleihen nach einem Führerschein gefragt, trotzdem sollte man sich sicherheitshalber vor der Abreise einen internationalen Führerschein ausstellen lassen.

Obwohl wir zu Hause gerne selbst in die Pedale treten, setzten wir während unserer Reise nur in Sukhothai (Thailand) und auf Don Det (4000 Inseln, Laos) auf Fahrräder. Sie werden in ganz Südostasien von vielen Unterkünften günstig verliehen, allerdings waren die heißen Temperaturen oft ein Grund dafür, die körperliche Aktivität auf ein Minimum zu beschränken 😉.

Unser bereits vielfach gelobter Stefan Loose Reiseführer Südostasien, Die Mekong Regiona war uns für die Routenplanung stets eine unverzichtbare Hilfe. Alle Reiseführer dieses Verlags sind auf Individualreisende zugeschnitten. Große Aufmerksamkeit kommt neben Tipps für Unterkünfte und Restaurants den Transportmitteln, möglichen Zielen und sinnvollen Zwischenstopps zwischen den größeren Städten zu. Viele Übersichts- und Detailkarten erleichtern die Orientierung sowohl bei der Planung der weiteren Route als auch beim Erkunden der Städte und Dörfer.

Wir sind so begeistert, dass wir schon scherzhaft sagten, nur noch Länder zu bereisen, für die es einen Reiseführer von Stefan Loose gibt! Zum Glück sind da noch einige sehr interessante Ziele dabei 😊.


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