100 Tage

– Die Reise unseres Lebens –

Tradition und Religion in Kyoto

Unser Aufenthalt in Kyoto war sehr besonders. In den drei Tagen in Kyoto haben wir einen sehr guten Eindruck in die japanische Kultur und Tradition bekommen. Ein ganz besonderes Erlebnis war unsere Unterkunft. Da Abraj ins vorher nichts darüber erzählt hatte, ahnten wir nicht, was uns erwarten würde. Umso begeisterter waren wir, als wir dort ankamen. Wir wohnten in einem traditionellen japanischen Haus aus Holz und Bambus.

Außenansicht unserer Unterkunft

Am Eingang muss man seine Schuhe ausziehen und bekommt Hausschuhe. Der Boden im Zimmer ist komplett mit Reisstrohmatten ausgelegt. Auch an den Holzwänden und der Decke sind Verzierungen aus Bambus. Überall stehen und hängen wunderschöne mit Blüten und Blättern verzierte Papierlampen. Die hübschen Schiebefenster bestehen lediglich aus mit Papier bespannten Holzrahmen und halten dementsprechend weder Kälte noch Lärm ab. Zum Glück ist unsere Unterkunft in einem Park, sodass es sowieso keinen Straßenlärm gibt. Zum Schlafen wird der niedrige Tisch beiseite geschoben und eine dünne Matratze auf dem Boden ausgebreitet. Nachts kühlt es hier auch deutlich ab. Die Heizmatte am Boden, auf welcher unsere Matratzen liegen, ist daher ein Segen! Noch freuen wir uns auf ein kuschelig vorgewärmtes Bett. Das wird sich spätestens am Wochenende in Bangkok ändern!

Blick in unser Zimmer

Kyoto ist zwar eine Millionenstadt, im Vergleich zu Tokio aber sehr überschaubar und ursprünglicher. Die typische japanische Kultur und Tradition ist nicht zu übersehen. Einige der beeindruckendsten Tempel und Schreine haben wir uns hier angeschaut.

Der Shinto-Schrein Fushimi Inari-Taisha ist wegen seiner mehr als tausend scharlachroten Tore (Torii) sehr bekannt. Diese durchquert man, wenn man die weitläufige Anlage am Hügel bis zum Gipfel erklimmt. Zwischendurch kommt man immer wieder an kleineren Gedenkstätten vorbei. Die Shinto-Religion ist insgesamt weniger prunkvoll als andere Religionen. Die roten Tore wirken schlicht, beeindrucken aber durch die riesige Anzahl und ihre schöne kräftige Farbe.

Neben der Shinto-Religion ist auch der Buddhismus in Japan weit verbreitet. Einen sehr besonderen buddhistischen Tempel, den Enryaku-ju, besuchten wir am Dienstag. Diese weitläufige Tempelanlage liegt ein Stück außerhalb auf einem Berg mitten im Wald. Der Haupttempel wird gerade saniert und ist komplett eingerüstet und verdeckt. Glücklicherweise kann man ihn noch von Innen bestaunen. Wir kennen buddhistische Tempel ja bereits aus Thailand von unserem Urlaub im Februar 2016. Der Buddhismus in Japan zeigt sich jedoch vollkommen anders, die Tempel sind nicht zu vergleichen. Der Enryaku-ji-Tempel beispielsweise ist hauptsächlich in Scharlachrot gehalten, der Farbe, die auch in der Shinto-Religion eine große Bedeutung hat.

Insgesamt hat uns die friedliche Atmosphäre dieser abgelegenen und daher auch weniger stark besuchten Tempelanlage sehr gut gefallen. Auf dem Heimweg wanderten wir ca. drei Kilometer durch den Wald zur nächsten Bergbahnstation. Die Aussicht auf die nebelverhangenen Berge unterwegs und während der Bahnfahrt waren ein weiteres unvergessliches Erlebnis!

Der Otowasan Kiyomizu-dera, ein weiterer buddhistischer Tempel, stand am Dienstagabend auf unserem Programm. Dieser Tempel und der ihn umgebende Park werden abends beleuchtet und sind dann besonders sehenswert. Jetzt im Herbst kommt ein weiteres Highlight dazu: die leuchtend orange-roten Blätter der Ahorne strahlen mit dem scharlachrot der Tempelgebäude um die Wette und ziehen den Betrachter in ihren Bann. So schön, dass wir uns fast nicht satt sehen konnten und über zwei Stunden in der Anlage verbrachten. Leider lassen sich die Stimmung und die Farben nur bedingt in Fotos einfangen. Um euch einen Eindruck davon in die Heimat schicken zu können, haben wir trotzdem alles gegeben für das perfekte Bild!

Zum Abschluss statteten wir dem Ryoanji Tempel, auch Golden Temple genannt, einen Besuch ab. Dieser buddhistische Tempel besticht durch seine goldene Fassade und seinen ihn umgebenden weitläufigen Park mit einem großen See und wunderschön rot gefärbten Ahornen. Den Tempel selbst darf man nicht betreten, aber schon der Blick darauf und der Spaziergang durch den schönen und gepflegten Park wirkten beruhigend. So konnten wir Kyoto sehr entspannt, glücklich und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck wieder Richtung Tokio verlassen, wo wir unsere letzten beiden Tage in Japan verbringen werden.

Golden Temple

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2 Kommentare

  1. Michael Neider 30. November 2018

    Tolle Bilder und interessante Berichte. Weiter so! Grüße aus dem mit Schnuddelwetter geplagten Deutschland!

    • Anni 1. Dezember 2018 — Autor der Seiten

      Vielen Dank Michael! Schön, dass dir unsere Seite gefällt. Ich hoffe unsere sonnigen Grüße aus der Ferne machen den Alltag im winterlichen Deutschland etwas erträglicher!

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