100 Tage

– Die Reise unseres Lebens –

Phnom Penh

Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodschas ist deutlich großstädtischer als alle anderen Städte, die wir seit Bangkok besucht haben. Dies bringt neben quirligen Märkten, einem tollen und günstigen Restaurant- und Kneipenangebot aber auch die typischen Probleme einer asiatischen Stadt mit sich: Müll und Gestank an fast jeder Ecke. Kleine Bäche werden zu schwarzen stinkenden Kloaken, Müllberge sammeln sich am Straßenrand an und so wie es aussieht, riecht es leider auch. Unser Guesthouse befand sich zum Glück in einem angenehmen Viertel unweit des Mekongs und in Laufnähe zu den wenigen Sehenswürdigkeiten, die die Stadt zu bieten hat.

Rushhour auf Phnom Penhs Straßen
Rushhour auf Phnom Penhs Straßen von früh bis spät
Voll beladen mit dem Tuk Tuk in die die Stadtmitte Phnom Penhs
Voll beladen mit dem Tuk Tuk in die die Stadtmitte Phnom Penhs
Frisch geerntete Litschis und andere leckere Früchte auf dem Markt
Frisch geerntete Litschis und andere leckere Früchte auf dem Markt
Falschgeld verschiedener Währungen auf dem Zentralmarkt Psar Thmei
Falschgeld verschiedener Währungen auf dem Zentralmarkt Psar Thmei
Stinkender Müllberg mitten auf der Straße
Stinkender Müllberg mitten auf der Straße

Königspalast und Silberpagode

Im Königspalast hat der König selbst seinen Wohnsitz, weshalb man die Gebäude nur von außen anschauen kann. Durch geöffnete Fenster und Türen kann man allerdings in einen komplett vergoldeten Saal mit goldenen Möbeln und großen Kronleuchtern an den Decken schauen. Die Parkanlage ist eher unscheinbar. Die 10 US-Dollar Eintritt sind unserer Ansicht nach den Preis nicht wert. Einzig interessant ist die angrenzende Silberpagode, die ihren Namen wegen der 5329 silbernen Fliesen des Fußbodens erhielt. Die jeweils über ein Kilo schweren Fließen haben beim aktuellen Silberpreis einen Wert von ca. drei Millionen Euro. In der Pagode sind außerdem viele Exponate des Königshauses und unzählige Buddhastatuen ausgestellt. Leider sind alle Objekte wenn überhaupt nur in Khmer beschriftet. Vom Inneren der Räume dürfen leider keine Fotos gemacht werden.

Königspalast in Phnom Phen
Königspalast in Phnom Penh
Restaurierte Wandgemälde im Rundgang der Silberpagode erzählen religiöse Geschichten
Restaurierte Wandgemälde im Rundgang der Silberpagode erzählen religiöse Geschichten
Achtlos durch Malerarbeiten an der Decke beschädigte, über 100 Jahre alte Wandgemälde
Achtlos durch Malerarbeiten an der Decke beschädigte, über 100 Jahre alte Wandgemälde

Lohnenswert ist jedoch der Besuch des Tuol Sleng Genozid Museums. Kinder und Zartbesaitete sollten allerdings lieber draußen bleiben.

Tuol Sleng Genozid Musuem

In Phnom Penh nahmen wir uns die Zeit, uns mit einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte Kambodschas zu beschäftigen. Das ehemalige Gefängnis S21, in welchem während der Schreckensherrschaft der Khmer Rouge von 1975 bis 1979 zwischen 12.000 und 20.000 Menschen unter grausamsten Bedingungen inhaftiert, gefoltert und ermordet wurden, beherbergt heute das Tuol Sleng Genozid Museum. Mit Audioguide ausgestattet liefen wir über das eingezäunte Gelände mit mehreren Gebäuden, das vor 1975 eine Schule war. Das Museum zeigt die originalen Zellen, Folterinstrumente, viele Fotografien der Inhaftierten und Zeichnungen eines Überlebenden über seine furchtbaren Erlebnisse in diesem Gefängnis. Die Atmosphäre im Museum ist beklemmend. Dennoch finden wir es wichtig, die Augen vor den weniger schönen oder unangenehm erscheinenden Dingen auch auf Reisen nicht zu verschließen. So verbrachten wir mehrere Stunden dort, erfuhren schreckliche Details aus dem Leben der kambodschanischen Bevölkerung, die durch die Massaker in nur vier Jahren um 25% schrumpfte, und informierten uns über die Hintergründe, wie es überhaupt zu diesen fürchterlichen Grausamkeiten kommen konnte.

Gedenkstein im Innenhof des Tuol Sleng Genozid Museums
Gedenkstein im Innenhof des Tuol Sleng Genozid Museums

Abschied von Abraj

In Phnom Penh endete nach ca. drei Wochen unsere gemeinsame Reise mit Abraj. Er flog am Freitagmorgen über Bangkok zurück nach Tokio, während wir uns auf den Weg ans Meer machten. Nach einer gemeinsamen Woche zu Beginn unserer Reise, als wir ihn in Tokio besucht haben (hier gibts alle Beiträge zu Japan) reisten wir alleine nach Thailand und über die Grenze nach Laos, bevor wir uns in Luang Prabang wieder trafen. Wir hatten sehr schöne drei Wochen miteinander, in denen wir viel gesehen und erlebt haben.

Zur Abwechslung gab es libanesisches Abendessen
Zum Abschied gab es libanesisches Abendessen

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