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– Die Reise unseres Lebens –

Koh Rong: Plastikmüll-Paradies

Koh Rong ist mit 70 Quadratkilometern die größte Insel vor der Küste von Sihanoukville. Die Boote und Fähren vom Festland und den anderen Inseln legen am Hauptpier am Koh Tui Beach an. Dort befindet sich auch das gleichnamige Dorf, in dem es neben Guesthouses und Bungalowanlagen auch jede Menge Restaurants und Bars gibt.

Wie wir euch bereits in unserem Beitrag Von Phnom Penh nach Koh Rong berichtet haben, waren wir sehr froh, trotz des starken Seegangs am Freitag, bedingt durch den Tropensturm Pabuk, überhaupt auf die Insel übersetzen zu können.

Als wir am Samstagvormittag bei Tag wieder Richtung Strand liefen, verflog jedoch die anfängliche Freude über Sonne, Strand und Meer leider schnell. Von weitem wirkt die Insel paradiesisch schön: türkisblaues Meer, feine, fast weiße Sandstrände, Bungalows aus Holz oder Bambus zwischen vielen Palmen und Kasuarinen und ein dichter grüner Wald auf der hügeligen Inselmitte. Auf den zweiten Blick jedoch trügt dieses Bild.

Aus der Ferne ein Paradies
Aus der Ferne ein Paradies

Koh Rong hat mehrere Strände, wir haben jedoch nur den Koh Tui Beach gesehen. Die anderen Strände sind nur mit dem Boot und nicht über Land zu erreichen. Da sich die raue See auch am Samstag noch nicht beruhigt hatte, waren diese Strände für uns nicht zu erreichen. Warum wir auch die nächsten Tage nicht weiterreisen konnten, erzählen wir euch weiter unten. Daher bezieht sich unser persönliches Urteil auch nur auf diesen Teil der Insel.

Bausünden am Traumstrand

Am Koh Tui Beach sieht man, welche verheerenden Auswirkungen die explodierende Touristenzahl auf die Insel hat. Am Strand steht eine Häuserfront, die offensichtlich in wenigen Jahren planlos erbaut wurde. Von den Hauseingängen bis zur Wasserkante sind es bei Flut nur etwa zwei Meter. Man hat den Eindruck, dass einfach jeder baut, wie es ihm gefällt. Rücksicht auf andere oder die Natur wird dabei leider nicht genommen. Die vielen partyhungrigen Touristen bringen Geld auf die Insel und davon wollen natürlich viele etwas abhaben.

Kaum Platz zwischen Wasserkante und den Häusern
Kaum Platz zwischen Wasserkante und den Häusern

Plastik, Plastik, Plastik

Am zweiten Tag unternahmen wir einen kleinen Spaziergang, um uns eine neue Unterkunft zu suchen. Die ersten beide Nächte hatten wir im PSK Guesthouse verbracht, das erst vor wenigen Monaten eröffnet worden und komplett aus Holz gebaut ist. Es ist zwar sehr hellhörig, da die Wände zu den Nachbarn nur aus Brettern bestehen, dafür gibt es kostenloses Wasser und die Besitzer sind sehr freundlich. Insgesamt hat es uns ganz gut gefallen dort. Nach zwei Tagen war aber genug und wir suchten am „Dorfrand“ nach einer neuen, ruhigeren Bleibe mit dem tollen Sandstrand, den uns der Stefan Loose Reiseführer Südostasien, Die Mekong Regiona versprochen hat. Entlang des Strandes und auf verwilderten Grundstücken entdeckten wir Unmengen an Plastikmüll, der einfach in der Natur entsorgt wurde.

Zelten direkt am Strand - und im Müll
Zelten direkt am Strand – und im Müll

Auch in der Seitenstraße des PSK Guesthouses stapelt sich der Müll aller Art. Teilweise leben, kochen und waschen die Menschen regelrecht in Müllhalden vor ihrem Haus. Der viele Plastikmüll ist in ganz Südostasien ein großes Problem, daher hatten wir auch hier damit gerechnet. Das Ausmaß hier ist aber leider sehr erschreckend. Am schlimmsten ist aber, dass es scheinbar allen, ob Einheimischen oder Touristen, total egal ist. Wir fühlten uns schrecklich und hatten uns gedanklich eigentlich schon auf die Abreise am nächsten Tag eingestellt.

Auf der Suche nach einer Bleibe

Trotzdem wanderten wir noch ans andere Ende des Strandes zu den Paradise Bungalows, die mit Solaranlagen und Wasseraufbereitung einen verantwortungsvollen Tourismus betreiben sollten. In diesem Bereich präsentierte sich uns ein wahrhaft traumhafter, heller Sandstrand vor dem glasklaren Meer. Einige Bäume spenden Schatten am Strand und weit und breit war kein Müll zu sehen. Die Bungalows schienen ihrem Namen alle Ehre zu machen!

Blick auf das Restaurant der Paradise Bungalows
Blick auf das Restaurant der Paradise Bungalows

Glücklicherweise war noch ein einfacher Bambusbungalow für 30 US-Dollar pro Nacht frei. Die Aussicht auf ein paar Tage erholsamen Strandurlaub stimmte uns wieder etwas zuversichtlicher, obgleich uns der Umgang mit der Natur hier nicht aus dem Kopf geht.

Unser Bungalow war nicht ganz so hübsch
Unser Bungalow war nicht ganz so hübsch

Wer hat das Paradies gestohlen?

Als wir am nächsten Tag die Unterkunft wechselten, waren wir jedoch entsetzt. Direkt am Beginn des eigentlich schönen Strandabschnittes führte ein Rohr bis zur Hälfte des Strandes und daraus sprudelte schwarzes, stinkendes Abwasser ungefiltert auf den Sand und dann ins Meer. Im Wasser waberte eine schwarze Wolke am Strand entlang und nebelte alles mit ihrem Gestank ein. Die Lust auf ein erfrischendes Bad in den Fluten war wie weggeblasen.

Ohne Worte: stinkende Kloake fließt ungeklärt ins Meer
Ohne Worte: stinkende Kloake fließt ungeklärt ins Meer

Da wir bei den Paradise Bungalows bereits eine Reservierung und Anzahlung geleistet hatten, zogen wir trotzdem dort ein. Unser Bungalow am Hang war sehr einfach und etwas in die Jahre gekommen, denn er stand mittlerweile ganz schön schief! Das Restaurant auf einer riesigen überdachten Bambusterrasse bietet einen traumhaften Blick auf das Meer und ist mit den hübschen Möbeln sehr einladend und gemütlich. Dort verbrachten wir den ganzen nächsten Tag, da Melik sich bereits zwei Tage vorher eine fette Entzündung am Bein eingefangen hatte und Schmerzen beim Laufen hatten. Dank unserem Allheilmittel Teebaumöl wurde die Entzündung etwas kleiner, schmerzte bei Bewegung aber immer noch stark. An eine Abreise aufs Festland war nicht zu denken. Also faulenzten wir den gesamten Tag, genossen die Aussicht und lauschten dem Rauschen der Wellen.

Tolle Aussicht vom Restaurant der Paradise Bungalows
Tolle Aussicht vom Restaurant der Paradise Bungalows

Die Atmosphäre in den Paradise Bungalows wirkt paradiesisch. Leider stimmt der Preis für den gebotenen Service nicht wirklich. Die Solaranlage und die Wasseraufbereitung sind nicht mehr in Betrieb, das Auffüllen der eigenen Flasche am Wasserspender kostet Geld und das Essen ist bei kleinen Portionen sehr teuer.

Ein Abschied, der nicht schwer fällt

Nach zwei Nächten war Meliks Entzündung nur wenig besser geworden und wir entschieden uns, zurück nach Sihanoukville zu fahren und dort zum Arzt zu gehen. Auf der Insel besteht die medizinische Versorgung aus zwei Geschäften, die ein paar wenige Medikamente verkaufen und im Notfall einen Transport zum Festland organisieren können.

Unser Fazit zu Koh Rong fällt leider nicht so aus, wie wir uns das gewünscht hätten. Der viele Müll, der achtlose Umgang mit der Natur und das breite Angebot an Drogen aller Art in den Bars entspricht nicht unseren Vorstellungen einer schönen Auszeit auf der Insel. Wir kamen zu dem Schluss, einfach nicht das richtige Publikum für diese Insel (zumindest für den Koh Tui Beach) zu sein. Wir freuen uns nun auf die Weiterreise durch Kambodscha und Vietnam und auf Strandurlaub auf einer anderen Insel gegen Ende unserer Reise (an das Ende wollen wir aber eigentlich gar nicht denken).

Die Fortsetzung nach unserer Abreise von Koh Rong gibt es in Kürze hier!

Galerie

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Detaillierte Bewertungen der von uns besuchten Restaurants, Guesthouses und Sehenswürdigkeiten findet ihr auf unserem TripAdvisor Profil.

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