100 Tage

– Die Reise unseres Lebens –

Auf zwei Rädern ins Bolavenplateau #1

Nach einer Nacht in Paksé (Laos) in einem hübschen Hotel mit super leckerem Frühstück starteten wir am Freitag in unser Abenteuer auf zwei Rädern. Zu Hause nutzen wir dabei ja gerne unsere Muskelkraft zur Fortbewegung. Dieses Mal machten wir eine Ausnahme. Bei „Miss Noy Motorbicycles“ holten uns morgens zwei Mopeds und düsten damit nach Tad Lo ins Bolavenplateau.

Jetzt geht’s los!

Anni, die das letzte Mal vor über 20 Jahren als Sozia auf einem Roller saß, war am Anfang noch etwas skeptisch. So tuckerten wir zunächst gemächlich mit ca. 30 km/h die Straße entlang. Nach einer Weile aber, hatten wir uns alle drei an das neue Gefährt gewöhnt und es machte richtig Spaß. Wir verließen Paksé und fanden uns bald in der grünen Natur wieder. Wir durchquerten kleine Dörfer und immer wieder liefen die tierischen Bewohner vor uns auf die Straße. Wir mussten Kühen, Ziegen und Schweinen ausweichen. Erfreulicherweise sind die Straßen hier sehr gut und durchgehend geteert.

Mit unserem roten Flitzer durchs Bolavenplateau

Lediglich aufgrund einer eingestürzten Brücke mussten wir ein paar Meter auf einer Schotterpiste zurücklegen. Die kurze Brücke über einen kleinen Bach war zur Hälfte eingeknickt, vermutlich weil ein viel zu schwerer LKW sie überqueren wollte. Vor jeder Brücke weist ein Schild auf das Maximalgewicht von 20 Tonnen hin. Die vielen großen LKW, die wir auf der Straße sahen, können dieses Limit aber unmöglich einhalten.

Hier im Süden von Laos ist es deutlich wärmer als in Vientiane oder gar in Luang Prabang. Auf dem Moped ist man der Sonne natürlich voll ausgesetzt. So hatten wir die Sonneneinstrahlung zunächst auch etwas unterschätzt und erst nach einigen Kilometern unsere langen Pullover angezogen. Eine gute Entscheidung, wie wir nach 90 km in Tad Lo feststellten! Melik hatte im Nacken und an den Waden leichten Sonnenbrand. Das hätte auch schlimmer ausgehen können!

Mit dem Moped unterwegs

An diesem Tag hatten wir außerdem eine Premiere zu feiern. Das erste mal überhaupt wussten wir mittags noch nicht, wo wir abends schlafen werden. Normalerweise buchen wir entweder wenige Tage oder morgens bevor wir weiterreisen eine Unterkunft am neuen Ort. In Tad Lo jedoch fuhren wir zu dem uns empfohlenen Guesthouse Palamei und fragten nach einem Zimmer. Glücklicherweise war noch eins frei und wir durften in einen sehr hübschen Holzbungalow im Garten hinter dem Haupthaus einziehen. Hier brachen wir mit Abstand den Rekord für die günstigste Übernachtung. Wir zahlten zu dritt insgesamt 80.000 Kip, das sind umgerechnet nur etwas mehr als 8€!

Entspannung auf der Terrasse unseres Bungalows im Palamei Guesthouse

Nach einer kurzen Verschnaufpause liefen wir zum ca. 500 Meter entfernten Wasserfall Tad Lo. Unterwegs trafen wir auf viele Einheimische, die die natürlichen Wasserbecken oberhalb des Wasserfalls zum Baden und Waschen benutzen. Ein Stückchen weiter hat man eine traumhafte Sicht auf den Wasserfall.

Tad Lo bei Sonnenuntergang

Das Wasser ergießt sich in ein riesiges Wasserbecken, in dem man baden und sogar schwimmen kann. Wir liefen eine steile Holztreppe hinunter zum Wasser. Neben einer Gruppe einheimischer Jugendlicher waren noch drei weitere Touristen da. Die Laoten kennen Badekleidung oder gar Bikinis nicht, sie gehen entweder mit Alltagskleidung oder die Frauen auch mit Sarong baden. Als Tourist sollte man darauf Rücksicht nehmen und nicht zu freizügig ins Wasser steigen. Badehose und freier Oberkörper für Männer ist in Ordnung, Frauen aber müssen Hose und Shirt anlassen. Da Anni aber noch immer mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, begnügte sie sich damit, ihre Füße ins Wasser zu strecken. Melik und Abraj aber stürzten sich in die Fluten und konnten das kühle Nass in vollen Zügen genießen. Baden vor traumhafter Kulisse!

Abraj und Melik beim Baden

Am Abend fand in unserem Guesthouse Palamei ein Family Dinner statt. Hier sitzen alle Gäste und die Familie an einem großen Tisch und essen gemeinsam. Damit alle was zu essen haben, dürfen die Gäste bei der Zubereitung helfen. So schnippelten wir Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln und halfen beim Servieren der vielen verschiedenen Gerichte.

Gemüse schnippeln für unser Abendessen
Allerlei Leckereien
Family Dinner

Es war ein sehr lustiger Abend, an dem wir viele nette Menschen aus aller Welt kennen lernten. Unter anderem ein Pärchen aus der Schweiz, das seit März mit dem Fahrrad unterwegs ist. Ying und ihr Mann Pascal starteten in Zürich und legten bereits mehr als 17.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurück. Im März 2019 wollen sie in Shanghai ankommen, der Heimatstadt von Ying. Wer mehr über die beeindruckenden Erfahrungen der beiden lesen und die tollen Fotos sehen möchte, findet ihren deutschsprachigen Blog unter www.chamasilu.ch.

Gut gesättigt, glücklich und müde gingen wir am späten Abend ins Bett. Über unsere Erlebnisse vom zweiten und dritten Tag erfahrt ihr in der Fortsetzung!

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